Die Türkei, Ausgrenzung oder Eingrenzung? (Struck)

Mitschrift vom 04.06.2007 von Chun erstellt   |   Am 16.01.2009 um 06:35:26 Uhr gepostet   |   8789 Zeichen
- Kritik an die Intervention in einen demokratischen Prozess (Staatspräsidenten)
o REHM: Missverständnisse oder bewusste Missverständnisse?
- Europa
o „An Europa wurde ständig gerissen“: Ost-West-Gegensatz – ein Versuch diese Gegensätze zu verbinden um ein großes Europa zu mache
o Das was wir unter Europa verstehen ist ein Konstrukt, aus ideologischen Gründen heraus
 Eine Abgrenzung ist die Folge eines solchen Konstrukts
 Ein Konstrukt wird erzeugt um das „wir“ zu beschreiben: Sprachen-, Religionen-, Sport-, Euro-Europa (künstliches Konstrukt)
o Europarat
 Bewusstsein für die europäische Identität zu wecken, die sich gemeinsam über die kulturunterschiedlichen Werte sich darauf zu beruhen
• Man geht von verschiedenen Kulturen aus, und man muss sich auf eine einigen
- Grenzen Europas
o Funktion strategischer Raumbilder dienen zu Begründung für etwas
 Politiker äußern sich über ein geschaffenes „Natur-Europa“
http://www.meinemitschriften.com/script/qtn2x7/z9uwwp/ Am Bosporus soll eine natürliche Grenze zwischen Europa und Asien verlaufen
 Bildungsstrategische Natur-Konstrukt „Europa“
• Am Bosporus verläuft keine tektonische Linie hindurch, in Schüleratlasse wird aber eine Grenze gelehrt
• Es wird ein bestimmtes Raumbild erzeugt, es wird ein Raukonstrukt in den Köpfen gebaut
• Begründung auf
o Mythos „Europa“
o Mythos natürlicher Lebensraum „Europa“
 „die Lehre über den Staat als geographischer Organismus oder Erscheinung im Raum“ (KJELLEN 1917): die Vorstellung eines wachsenden Europas
- Kulturerdteile (HUNTINGTON)
o Geologische Platten auf die Menschen Leben mit ihrer Kultur (naturidentische Kulturräume): Kulturen verhalten sich wie die Natur?
o Suggeriert, dass Gott die Platten bewegt (Clash of Civilisation)
- Römische Reich
o 395 Teilung des römischen Reiches
 Zwei Kulturteile, aber nicht im http://www.meinemitschriften.com/script/qtn2x7/z9uwwp/ Bereich der heutigen Türkei
• Byzantinisches Reich tausend Jahre der Mittelpunkt
o Reich wurde von Westen 1203 angegriffen, Katholiken zerstörten Konstantinopel
o Konnte nach der Zerstörung sich nicht mehr erholen, ist dann aber wieder „entstanden“, ist dann aber vom Osten aus angegriffen worden
o Später entstand das osmanische Reich
 1526: Ungarn wird eingenommen
 1683: Belagerung Wien, Osmanen wurden geschlagen (wichtiges geostrategisches Raumbild: Angst)
- Aufnahme der Beitrittsverhandlungen: „die Türken vor Wien“, „Die Türken vor Brüssel“ 2004
- Am Bosporus hat sich nie eine Kulturgrenze gebildet
o Istanbul ein europäisches Symbol durch ihre kulturelle Vielfalt
- Die Entstehungsgeschichte – die Entwicklung der modernen Türkei
o Osmanische Reich ist von innen zerbrochen
o Reform-Sultane hatten im osmanischen Reich die Aufklärung gebracht
= http://www.meinemitschriften.com/script/qtn2x7/z9uwwp/ 607; Militär als Verfechter der europäischen Kultur
• Deutsche Reich hat das osmanische Reich aufgebaut
• Im Diktatfrieden wurde das osmanische Reich aufgeteilt
o Ergebnis: eine europäische Kolonie
 Die heutige Türkei entstand im Kampf gegen den Westen in der türkischen Nationalbewegung, Befreiung von Anatolien aus den Händen des Westens (2 Jahre Krieg)
• 1923: Zustand von 1918 (vor der Trennung durch die Großmächte) wiederhergestellt
• Staat wurde mit Vertrag der Kolonialmächte geschlossen, dass das die Türkische Republik sei
o Europäische Gesellschaft blieb Vorbild (Atatürk)
 Als Lehrer und Erzieher der Nation eine völlige Umgestaltung verordnet
 Trennung Religion und Staat (Religion ist privat)
• Religiöse Kopfbedeckung der Männer wurde unter Strafe gestellt (religiöser Fanatismus), Beamte mussten einen europäischen Hut tragen
 Trakt http://www.meinemitschriften.com/script/qtn2x7/z9uwwp/ oren wurden importiert, Landwirtschaft wurde modernisiert
 Einführung des europäischen Rechts
 Heutiges Bild nicht mehr wie der von Atatürk
 Sprach und Bildungsreform
- Nach 10 Jahren Reformen von Atatürk
o 1937 in die Verfassung geschrieben
 Türkischer Nationalismus
 Säkularismus
 Anti-osmanischer Republikanismus
 Populismus
 Revolutionismus: permanente Modernisierung
 Etatismus
o Mehrfach hat das Militär die Macht ergriffen, um die Verfassung gerecht zu werden
- Ausgrenzungsstrategien
o Kultur
o Religion
o Lebensstile
- HUNTINGTON-Zivilisations-Differenzierung
o Geschichte, Sprache, Tradition und das wichtigste die Religion
- Rolle der Religion in der Türkei
o Kein Sultanat mehr, kein Kalifat, stattdessen Vertretung des Laizismus
 1949 freiwilliger Religio http://www.meinemitschriften.com/script/qtn2x7/z9uwwp/ nsunterricht an Grundschulen
• Theologische Fakultät Ankara
 1951 Iman Hatip Schulen wiedereröffnet
• Gründung religiöser Parteien
 An türkischen Schulen kein Kopftuch, keine Trennung von Mädchen und Jungen
• 1993: Proteste religiöser Frauen die in die Universität wollen (Bedrohung der Religionsfreiheit?)
• Religiöse Regeln dürfen in der Türkei nicht in den öffentlichen Bereich
 In den 80er bildeten sich trotz Laizismus islamische Parteien
• Wohlfahrtspartei „nur“ 17% von den Wählerstimmen (1991), vier Jahre später schon 21,3% der Wählerstimmen
o Politischer und religiösen Führer küsst man die Hand
o Hinwendung zu islamische Gemeinsamkeiten
 Militär (war Wächter der europäischen Reformen) appellierte an die Politik, staatsfeindliche Aktivitäten zu unterlassen
• EU: Darf das Militär sowas machen? Ist Laizismus (wie in Frankreich) zeit http://www.meinemitschriften.com/script/qtn2x7/z9uwwp/ gemäß?
• Gesellschaftlichen Probleme wurden durch eine nicht religiöse nicht gelöst
o Privatisierung: fehlen von sozialen Institutionen um das aufzufangen
o Politik war für Bevölkerung schmerzhaft, Schere zwischen Arm und Reich gingen weit auseinander!
o Korruption
o Religiösen Kräfte widmeten sich den sozialen Probleme der Bevölkerung
 Förderung religiöser Entwicklungen
 Istanbul: Trennung des Geschlechts im Bus (Polizei löst das dann wieder auf)
 Ausgrenzung von „Abtrünnige“
- 11. September
o Polarisierung der türkischen Gesellschaft im inneren, und „unser“ Verhältnis zur Türkei, Bedrohungsszenario:
 Kampf der Kulturen (HUNTINGTON: Clas hof Civilizations)
 Pauschale Verurteilung einer Religion
- 2002: religiös politischer Durchbruch: AKP
o Erduan gelang es mit einfachen Lösungen: soziale Sicherungen, keine Korruptione http://www.meinemitschriften.com/script/qtn2x7/z9uwwp/ n, - damit gewann die Religion mehr an Gewicht
o Bauboom (neue Moscheen)
o zur Wahl führten die Probleme (Alkohol, daher Alkoholverbot)
 Geißelung der Moral
 Moralische Reden im Fernsehen
 Förderung des Gemeinwesens
 Ministerpräsident steht für die Lösung aller Probleme, und dann 2004
- 2004: Aufnahme der Beitrittsverhandlungen
o Strategische Raumbild gesucht um das zu verhindern: „die Türken vor Brüssel“
 Angst: Europa wird „eingenommen“ (rheinischer Merkur)
- Lebensstile in der Türkei heute
o Vermittlung der Vielfalt der Kulturen
o Wirtschaftsaufschwung durch AKP
 Religion als Lebensstil, Tradition als Wert (auch in Europa Tradition ein Stellenwert): Moscheen füllen sich wieder an Festtagen
o „Die türkische Gesellschaft besteht aus extreme“
 Unterschiedliche Lebensstile nebeneinander
 Vi http://www.meinemitschriften.com/script/qtn2x7/z9uwwp/ el Geld um den Lebensstil zu leben
• Textilindustrie: führende Designer produzieren für die gesamte islamische Welt
• In Istanbul wird islamische Popmusik produziert und exportiert (Islam als Wirtschaftsfaktor)
• Extrem Modern kann auch islamistisch sein
o Gesellschaftliche Entwicklung scheint nicht mehr umkehrbar zu sein
- Heutige Diskussion
o Machtkampf in der Türkei
 Annullierung der Präsidentenwahl
 Die rote Revolution – Laizismus über alles
o Demonstranten sehen eine Gefahr der Unterwanderung der Institutionen gesehen
 Staatspräsidenten hat bisher alle Angriffe sein Veto entgegengesetzt, kein religiös motiviertes Gesetz hat der Staatspräsident durchgesetzt
o Türkei sei nicht demokratisch wegen dem Einfluss des Militärs
- Ankara als westliche Hauptstadt von Atatürk eingeführt, von deutschen Architekten und Stadtplanern gebaut
- Zwei Prinzipien stehen gegenüber
o Demokratie und Abbau des Laizismus
o EU erklären das Verständnis als Missverständnis
 Wenn der Islam in der Türkei in den Vordergrund tritt, dann fällt die Ablehnung einfacher (strategischer Konstrukt)
 Eintrittsverhandlungen fordern alle Maßnahmen den Beitritt zu ermöglichen
• Es werden aber Instrumente gebaut, die das verhindern
• Projekt Europa Ziel: gemeinsamen Raum des Friedens, der wirtschaftlichen Zusammenarbeit

Mitschriften durchblättern

Diskussionsbeiträge

Bisher noch keine Leserkommentare zur Mitschrift vorhanden.


Hier kannst du Mitschriften durchblättern und kommentieren

Kostenloses Netzwerk zum gegenseitigen Austausch von Mitschriften

Bitte veröffentliche deine Mitschriften auf dieser Plattform von und für Studenten. Helfe bitte mit, damit "geben und nehmen" im Gleichgewicht bleibt. Denn sonst gibt es keinen Fortschritt, weil keiner mehr von allein weiter geht (oder weiter macht), sondern sich von anderen tragen lassen möchte! (Dieser Hinweis schließt automatisch in Sekunden)
Die Inhalte dieser Seite werden vom Betreiber nicht geprüft. Die Richtigkeit sämtlicher Inhalte wird nicht gewährleistet.
@