Humangeographie (Tutorium)

Mitschrift vom 29.06.2007 von Chun erstellt   |   Am 17.01.2009 um 01:46:03 Uhr gepostet   |   6686 Zeichen
Nennen Sie die drei Dimensionen, die Julian Huxley als „Kultur“ ausweist.
1. Sinnliche / materielle Wahrnehmung
2. Normen = gedankliche Orientierung
3. Werte / Wertvorstellungen (finden Ausdruck in Sprache und Religion)

Welche Aspekte machen „Kultur“ geographisch interessant?
- Geographie
o Räumlich differenzierend
 in unterschiedlichen Räume unterschiedliche Kulturen
 man schaut sich die Landschaft an, und schließt auf die Kultur zurück
o Kultur prägt Räume
 je nach Kultur, wird der Raum geprägt
 wie schlägt sich die Kultur im Raum nieder? (wie wirkt Kultur/Religion auf den Raum aus)
- Indikatoren
o In der Natur werden Indikatoren herangezogen um die Kultur zu erklären
o Die Kulturlandschaft ist die Registrierplatte menschlicher Aktivität, menschliche Aktivitäten spiegeln sich in der Landschaft wieder
- Sonstiges
o Hat eine historische Dimension
o Sozial differenzierend

Nennen Sie einige T http://www.meinemitschriften.com/script/f879j2/s0huae/ eildisziplinen der Geographie, die mit „Kultur“ als Schlüsselbegriff arbeiten.
- Ältere Kulturgeographie
o Historische Geographie und Siedlungsgeographie
o Kulturlandschaftsforschung
o Kulturlandschaftspflege
- New Cultural Geography
o Politische Geographie
o Religionsgeographie
o Sozialgeographie

Welche Forschungsrichtungen kann man zur „älteren“ Kulturgeographie zählen?
- Sehe oben

Nennen Sie drei Arbeitsfelder der Historischen Geographie mit jeweils einem Forschungsbeispiel.
- Rekonstruktion von Altlandschaften (Menschumweltforschung)
- Past in Present: Wie sehen die Struktur heute aus, die von der Vergangenheit geprägt wurden?
- Kulturlandschaftspflege: historische Landschaften erfassen

Mit welchen Quellengruppen arbeitet die Historische Geographie?
- Archivalien
o Tagebücher, Verzeichnisse von Klöster, Urkunden, Chroniken, Gemälde http://www.meinemitschriften.com/script/f879j2/s0huae/ >- Interpretation von Texten, Karten Bildern (hermeneutisch)
o Bildung von Hypothesen
- Empirisch: Zählung und Ausrechnung: Dendroökologie, Eisbohrkerne

Skizzieren Sie das Konzept der „Morphologie der Kulturlandschaft“ nach Carl Sauer.
- Gestaltform der Kulturlandschaft
- Wie wird sie geprägt?
o Kultur wirkt mit der Zeit auf die Naturlandschaft und bringt Formen hervor (Bevölkerungsdichte, Mobilität)
- Naturlandschaft: vom Menschen unbeeinflusst (Urzustand)
- Kulturlandschaft: durch Mensch gestaltet aus der Naturlandschaft
o Landschaft, Siedlungsstrukturen, jegliche Raumstruktur

Welche Ansprüche formuliert die European Landscape Convention (ELC) im Umgang mit Kulturlandschaften?
- Kulturlandschaft Ausdruck der Vielfalt der Menschen, Ausdruck von Identität, muss daher rechtlich anerkannt werden
- Verpflichtung Kulturlandschaft und Kulturdenkmäler zu erfasse http://www.meinemitschriften.com/script/f879j2/s0huae/ n/kartieren, dann erfolgt eine Bewertung
- Ansatz verfolgt eine teilnehmenden Ansatz: Bevölkerung bestimmt was Kulturlandschaft ist die vielleicht schützenswert ist

Welche analytischen und planungspraktischen Teilschritte bestimmen das Konzept der Kulturlandschaftspflege?
- Was für Kulturlandschaftselemente gibt es? Erfassung und Kartierung
- Wie geht man mit den Kulturlandschaftselementen um? Schützen, Modernisierung
- Vorschriften machen: UNESCO, Naturschutzgesetz, und Raumordnungsgesetz

Charakterisieren Sie das Verständnis von „Kulturlandschaft“ der „älteren“ Kulturgeographie.
- Kulturlandschaft: idyllische schöne Landschaft (antiurban: auf Gemälde keine Stadt dargestellt)
o Ältere Kulturgeographie bis 70er: war „die“ Geographie (Länderkunde: Welt kartieren und beschreiben)
o Seit 90er new cultural geography aus den US-amerikanischen Raum

Welche Aspekte en http://www.meinemitschriften.com/script/f879j2/s0huae/ thält der Kulturbegriff der „neuen“ Kulturgeographie etwa in der Definition nach M. Crang?
- Es gibt keine Mehrheitskultur mehr, weil es soviele autonome Akteure gibt, deshalb gibt es Minderheitskulturen die nebeneinander existieren
- Die Kultur geht aus den Wechselbeziehungen der Menschen hervor

Nennen Sie einige Gemeinsamkeiten der „new cultural geographies“.
- Keine strikte Trennung von Kultur und Natur
- Alles ein Konstrukt der durch die Sozialstrukturen bedingt ist
- Akteure autonom, deshalb bewusste Entscheidung wo und wie sie leben wollen, führt zu einer Entwurzlung, keine feste Bindung an Orten mehr (multiple Ortsloyalitäten) und räumliche Identitäten
- Maps of Meaning
o Keine Abbilder der Realität, sondern auch Konstrukte


- Jeglicher Anspruch von Expertenwissen wird zurückgewiesen
o Landschaften müssen gelesen und interpretiert werden
o Jeder sie http://www.meinemitschriften.com/script/f879j2/s0huae/ ht die Landschaft anders
- Turns
o Cultural turn
 Raum als Konstrukt, durch politische, soziale und ökonomische Bedingungen beeinflusst, Raum wird ständig neu erfunden wird, ständig neue Bilder entstehen
o Linguistic turn
 Raum als Text gelesen und interpretiert
o Spatial turn
 die Bedeutung des Raums wird reflektiert
o Semiotic turn
 Raum wird als Zeichensystem verstanden (Landmarks die eine Bedeutung haben)

Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem „Linguistic turn“ und Poststrukturalismus auch für die Humangeographie für die Produktion von geographischen „Wahrheiten“?
- Poststrukturalismus: Abkehr vom Strukturalismus (feste Strukturen, geographische Wahrheiten, alles ist messbar und kann beschrieben werden (Messbarkeit))
o Bei Poststrukturalismus: konstruierte Wahrheiten, abhängig von der Gesellschaft
- Linguistic turn: es http://www.meinemitschriften.com/script/f879j2/s0huae/ werden keine Experten mehr gebraucht, jeder kann interpretieren
o Sprache ist eine Vermittlungsebene zwischen der Umwelt, der Natur, und dem Konstrukt von der Natur (der neuen Wahrheit)
o Kann die Natur nicht unverfälscht wiedergeben, Sprache verfälscht sie auch schon, Realität kann nicht durch Sprache wiedergegeben werden

Was bedeutet „Place-Making“ im Sinne von Doreen Massey?
- Orte werden erst zu Orte gemacht, dadurch das man Erfahrungen mit den Orte verknüpft
- Orte werden zu Symbolen, werden interpretiert, Orte sind keine klar umgrenzte Gebiete mehr

Stelle in einem Diagramm die Akteure im Wirtschaftsgeschehen und ihre Beziehungen untereinander dar!
- Akteure
o Haushalte: Mikroakteure
o Unternehmen: Mesoakteure
o Staats und Gebietskörperschaften: Makroakteure

- Sekundäre Wirtschaft: Weiterverarbeitung der Rohstoffe
- Tertiäre Sektor: Dienstleistung / Versorgung und Verteilung von Güter
- Quartär: Verteilung von Informationen

Erkläre das so genannte magische Viereck der Wirtschaftsgeographie!
- Umwelt, Sozial, Raum und Wirtschaftlichkeit ...

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