Köln Exkursion (Schmitt)

Mitschrift vom 28.05.2007 von Chun erstellt   |   Am 16.01.2009 um 06:09:26 Uhr gepostet   |   22091 Zeichen
09:16 Uhr - Einleitung
Der erste thematische Strang der Exkursion ist die konkrete inhaltliche Frage zur Debatte des Welterbe-Status des Kölner Doms vor einigen Jahren. Wir wollen die Debatte aufgreifen, und werden Frau Barbara Precht treffen, sie war eine wesentliche Schlüsselfigur um den Welterbe-Status des Kölner Doms, sie arbeitete zunächst als ehrenamtliche Person, und als eine Person die zuvor hauptamtlich mit Fragen des Denkmalschutzes dieser Region beschäftigt war. Danach werden wir allgemeine Fragen der Stadtgeschichte in Köln aufgreifen.
Gegen Ende der Exkursion war eine Führung durch den Kölner Dom geplant, eine kulturhistorische Führung in Teile die sonst normalerweise nicht zugänglich sind. Leider war unser Führer nicht zum vereinbarten Zeitpunkt anzutreffen, stattdessen waren wir im Praetorium, den Amtssitz und die Residenz der römischen Stadthalter.
Die UNESCO mit Sitz in Paris, ist eine Sonderorganisation, die UNESCO ist Teil des UNO-Systems, aber rechtlich sel http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ bstständig gegenüber der UN. Die Sonderorganisation wurde unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg in London gegründet, und in Paris eingerichtet. Die Welterbe-Liste der UNESCO ist eine Liste von Kultur- oder Naturgüter, Baudenkmäler und historische Innenstädte, sie ist eine Institution, ein geregeltes System, deren Grundlage auf einen völkerrechtlichen Vertrag beruht, die sogenannte Welterbe-Konvention aus dem Jahr 1972, in der wird in den Grundzügen das Verfahren geregelt, und Sinn und Zweck der Weltkulturerbe erklärt. Damit ein Objekt auf die Liste kommt, müssen in der Regel die jeweiligen Staaten in denen das Objekt liegt, einen Antrag bei der UNESCO, bzw. bei dem Welterbe-Komitee das bei der UNESCO eingerichtet wurde vorlegen.
Die UNESCO-Verwaltung, die Administration, und der Teil der sich mit dem Welterbe befasst, heißt UNESCO Welterbe-Zentrum, das ist eine Verwaltungseinheit, im Prinzip so ä http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ hnlich wie eine Stadtverwaltung einer Stadt, und daneben gibt es das Welterbe-Komitee, das tagt einmal im Jahr, Vertreter von 21 Staaten die der UNESCO angehören, diese werden regelmäßig neu gewählt, und diese Vertreter entscheiden welches Objekt auf die Welterbe-Liste kommt.
Der Sinn der Welterbe-Liste ist, dass diese herausragenden Landschaften, Kulturdenkmäler durch die Eintragung in die Liste optimal geschützt werden. Der Schutz beruht auf den Nationalstaat, der Nationalstaat der diesen Antrag gestellt hat, verpflichtet sich dieses Objekt optimal zu schützen, es ist quasi die Selbstverpflichtung dieses Objekt zu schützen. Und sobald die UNESCO bzw. das Welterbe-Komitee den Eindruck hat, dass dieser Schutz nicht optimal ist, oder weit weg vom optimalen ist, hat sie die Möglichkeit das jeweilige Objekt auf eine Sonderliste zu setzen, auch „rote Liste“ oder „Die Liste der Welterbe in Gefahr“, ein http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ Alarmruf, dass etwas geschehen muss. Der Kölner Dom war bis letztes Jahr im Sommer für zwei oder drei Jahre auf die „Liste der Welterbe in Gefahr“.

09:56 Uhr - Im Bahnhof Deutz
Frau Barbara Precht hat in Aachen Architektur studiert, hat sich da auf die Stadtplanung spezialisiert und ist seit 1981 in der Denkmalpflege. Sie ist Mitglied im Internationalen Rat für Denkmalpflege, auch „ICOMOS“, und seit 10 bis 15 Jahren für das Monitoring Kölner Dom zuständig, sie versuchen die Weltkulturerbe-Städte im nationalen Komitee zu begleiten, kritisch zu verfolgen und erstellen jährlich Berichte dazu.
Wenn ein Staat beantragt, dass seine Städte als Weltkulturerbe eingetragen werden soll, reicht er sein Antrag bei der UNESCO ein, und das Welterbe-Komitee entscheidet darüber. Bevor es aber diese Entscheidung trifft, wird ICOMOS diesen Antrag bewerten, sie gibt eine Empfehlung gegenüber dem Welterbe- http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ Komitee ab, ob die Städte aufgenommen werden soll, oder nicht. Das Komitee kann sich an diese Empfehlung halten, muss es aber nicht. ICOMOS ist ein Verein, ein offizieller Beratergremium für die UNESCO, und keine Einrichtung der UNESCO.
Im Jahre 1996 wurde der Kölner Dom relativ spät zum Weltkulturerbe, auch weil er recht umstritten war. Frau Precht habe von Anfang an bewusst machen wollen, dass man sich in Köln nicht um Weltkulturerbe kümmert, es gab damals weder eine feierliche Inszenierung, noch eine offizielle Tafel, als der Kölner Dom in die Liste aufgenommen wurde und das war einer der Kritikpunkte von Frau Precht.
Thema des internationalen Architektenwettbewerbs für die rechts rheinische Seite war der Entwurf einer Gegenkomponente zum links rheinischen Kölner Dom. Frau Precht in der Rolle von ICOMOS hat dies als Bedrohung angesehen, sie hat beim Land interveniert, und alles getan um den http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ Konflikt deutlich zu machen. Es geht um die Umgebung des Doms, der Dom selbst wird unmittelbar nicht tangiert, es gibt den Schutz des Bauwerkes selber, der Dom wird gut gepflegt, es gibt eine Bauhütte die ist über 100 Jahre alt, und sie ist fachlich gut besetzt, und dann gibt es aber eine engere Domumgebung, umstritten ist die Platte, der Roncalli-Platz, weil sie den Dom freistellt, dann gibt es neue architektonische Stillelemente der anliegenden Gebäuden, die nicht direkt zum Dom passen, außerdem wird über eine Umfahrung der Innenstadt diskutiert, um den Verkehr komplett rauszuhalten.
Köln Deutz zählt zur „weiteren Domumgebung“, aber die spielt eine Rolle, wenn man sich vorstellt, was für eine Bedeutung und auch Raumwirkung der Dom hat, dann geht sein Schutzbereich bis ins Vorgebirge hinein. In den 70er Jahren wurden einige „störende Hochhäuser“ mitten im Blick bewusst gebaut, weil man ein Hochha http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ usring bauen, und zum Dom konkurrierend tätig sein wollte.
Man könne städtisch bauen, ohne Hochhäuser bauen zu müssen. Frau Precht und ihre Kollegen sind der Ansicht, dass man Köln nicht mit anderen großen Metropolen vergleichen kann, weil Köln kleinstädtisch sei, und hier andere Maßstäbe gelten. Einer der Hochausstandorte wurde realisiert, der so genannte LVR-Turm. Man wollte eine bewusste Konfrontation, in einer Sitzung zum Thema Hochhausentwicklung, schlug eine Politikerin sogar vor, jenseits der Hohenzollern-Brücke zu den Dom-Türmen in Korrespondenz zwei Hochhäuser zu bauen. Es hieße man wolle einen neuen Schwerpunkt Deutz schaffen, wobei offiziell Deutz Teil der Innenstadt ist, die City ist also eine Einheit, und trotzdem wollte man diese Analogie zur Kathedrale mit Hochhäusern schaffen. Trotz des zweistufigen Planungswettbewerbs fand die Qualität allgemein keinen Anklang.
Ein Kerngedanke http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ war, dass dieser Bahnhof Deutz zur ICE-Haltestellte wird, durch die neue Schnellbahn-Strecke Frankfurt-Köln, die herüber verläuft. Hier gibt es zwei Strecken die sich schneiden, es ist ein Turmbahnhof auf verschiedenen Ebenen, und im Grunde eine Ost-West-Strecke und eine Nord-Süd-Strecke die sich kreuzt, also ein wichtiger Punkt. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs ist die Messe Köln und außerdem fußläufig erreichbar die Innenstadt. Stadtplanerisch wurde gesagt, dass es hier ein idealer Standort ist, erstens wird es ein ICE-Bahnhof geben, der entsprechend ausgebaut wird, und außerdem ist man innerhalb weniger Minuten auf der anderen Rheinseite, dieser Standort soll entwickelt, und städtebaulich markiert werden. Es gibt den Trend zur Hochhausbebauung, aber es gibt auch Stimmen zur europäischen Stadt, die zeichnet sich durch bestimmte Merkmale aus, die bewusst auf die Höhe verzichtet, und die Stadt ande http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ rs als durch eine Hochhausbebauung organisieren möchte. Wenn man ökologisch arbeiten würde, im Energie- und Flächenverbrauch, würde man nicht über sechs Stockwerke hinaus bauen.
Selbst einberufene Hochhausexperten sprachen sich für ein Alleinstellungsmerkmal des Kölner Doms aus, und die Planungen gebe zudem keine stadträumliche Qualität her.

10:34 Uhr - Vor dem Bahnhof Deutz
Der Bahnhof Deutz ist um 1915 errichtet worden, er ist viel kleiner als der Hauptbahnhof, hat aber trotzdem eine repräsentativ wirkende Architektur, seine grundsätzliche Architekturform, von seiner Aufteilung her, erinnert er an ein barockes Schloss, und das war kein Zufall, dass man für Industriebauten der Gründerzeit bis zum ersten Weltkrieg, der Bahnhof Deutz wurde vor dem ersten Weltkrieg geplant, auch bei Zweckbauten auf solche Architekturmuster anlehnend zurückgriff, und eine Schloss ähnliche Anlage für den Bau http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ dieses Bahnhofs gewählt hat. Es ist eine annähernd symmetrische Anlage, von den Formen, abgesehen vom Dekor, von der großen Gliederung ist es im Grunde ein Übergang in die Moderne, und zwar bei Betrachtung der Kaufhausbauten mit ihren großen Belichtungsachsen aus dieser Zeit.

10:53 Uhr - Am Messe Süd-Eingang
Dieser Süd-Zugang ist neu geschaffen worden, sie war eine Planung der Messe. Die Messe war weder an ein Kongress-Zentrum, noch an Hochhäuser interessiert. Die Messe ist komplett umstrukturiert worden, was viel Kritik erfahren hat. Das hängt mit dem alten Messebau zusammen, der nur noch als Kulisse da steht, die Messe hat diesen Bau an einen Investor verkauft, RTL kriegt jetzt den „schönsten Standort den es in Köln gibt“, füllt das Gebäude aber nicht komplett aus, das Gebäude wird völlig entkernt und wird mit einer Achse versehen. Der Bau wurde im Krieg zerstört, und im Grunde ist nur n http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ och die Außenfassade original. Das Messegelände auf dem wir stehen wird neuerdings auch „Barmer Viertel“ genannt, die Stadt Köln hat diesen Block aufgekauft, gegen den Widerstand der Besetzer abgerissen und Ersatzwohnungen zur Verfügung gestellt. Die Fläche hier ist eine Chance für Köln etwas Neues zu entwickeln, dieses Gelände ist nicht ganz einfach, es liegt auf der Rückseite, und muss angebunden werden, man plante eine breite Unterführung zu bauen, um den Zugang zu ermöglichen, doch die Stadt hat kein Geld dafür.
Die Messe beansprucht eine Logistikfläche, die Breite der Straße, und die Asphaltfläche, das sind Flächen die nicht bebaubar sind, obwohl sie städtische Flächen sind, weil die Messe sie beansprucht, wenn Vorbereitungen für Veranstaltungen stattfinden, sie ist also eine freie Fläche die man ausspart.
Heute ist in der Planung aktuell, dass man hier eine gemischte Nutzung vorsieht, als http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ o Büro, Verwaltungen, Praxen unten, und darüber Wohnen, es wird heute also überall kombiniert, jedoch kein familiengerechtes Wohnen.
Es gibt zwei Diskussionspole, die eine sagt, dass wir das Bild der europäischen Stadt, wie es sich in Köln kristallisiert hat, mit dem Dom als visuelle Zentrum der Stadt, als Krone erhalten werden muss, die andere Seite sagt, dass eine neue Stadtkrone her muss, und man dem Dom auf der anderen Rheinseite ein modernes Gegenstück hinzusetzen hat, nicht als Sakralbau, sondern mit einer Wirtschaftsfunktion, um die bipolare Seite der europäischen Stadt zu zeigen. Die UNESCO hat dann aber sehr stark auf die Sichtebene argumentiert, dass durch diese Hochhäuser gewisse Sichtbeziehungen blockiert worden wären.
Man hat damals schon geguckt, und festgestellt, dass die Nord-Süd-Sicht wichtig ist, und das ist in allen Planungen eingeflossen, man wird hier den Bezug rüber zum Do http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ m, auch längst der Brücke mit in die Planung einbeziehen.
Die Stadt Köln ist konkret auf Investorensuche gegangen, erst ging es um Machbarkeit, und jetzt gibt es drei Investoren die sich dafür interessieren. Jetzt wird demnächst in den Gremien diese Planung gesichtet, begutachtet, auch von der Wirtschaftsseite her, dann geht’s um die Frage ob ein Investor den Auftrag bekommt. Die Stadt wird nicht vorher ein Bebauungsplan machen, sondern heute ist es so, dass man solche Pläne in Abstimmung mit dem Investor macht, es gibt ein Entwurf, und der Investor wird seine Bedürfnisse deutlich machen.
Wenn die Messe stattfindet, sind hier viele Menschen, und an den anderen 310 Tagen im Jahr ist hier nichts los, deshalb sollen hier auch andere Nutzungen rein, die zum Beispiel durch Wohnen und Arbeiten permanent belebt werden soll.

11:59 Uhr - Auf dem LVR-Turm
Köln ist eine römische Siedlung. Deutz http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ war ein Militärlager und das wurde hier, erheblich nach der Gründung von Köln, unter Kaiser Konstantin gegründet, zum Schutz der damaligen Stadt Köln. In römischer Zeit wurde eine Holzbrücke errichtet, um den Soldaten bei Gefahr eine Umzugsmöglichkeit zu ermöglichen. Die römische Holzbrücke hielt bis ins 10. Jahrhundert, war also bis zum Beginn des hohen Mittelalters präsent, und wurde dann abgerissen, und durch keine neue Brücke ersetzt, weil es im Mittelalter einen verstärkten Lastenverkehr im Rhein gab, und die Brücke erwies sich als hinderlich, und wurde deshalb abgerissen. Mitte des 19. Jahrhunderts, nach 1.000 Jahren ohne Brücke, kam die erste Eisenbahnbrücke, die Hohenzoller-Brücke, auf die wir auch gelaufen sind.
Im 16. und 17. Jahrhundert kam es zu einem Schub in der Kartographie, Stadtpläne wurden immer präziser, und man verband diese Karten mit Aussichten. Im Verlauf des 17. Jahrhunder http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ t hat Deutz eine Stadtmauer bekommen. Die Ansicht Kölns mit den vielen Türmen besteht im wesentlichen aus mittelalterliche Sakralbauten, viele romanische Kirchen, den Kölner Dom, und Gebäude wie der Rathaus Turm.
Der Dom war nicht der erste Sakralbau der entscheidend war, es gab da nämlich noch die ganzen romanischen Kirchen, wie den Sankt Martin, die besondere Aussprache von Sankt Martin gilt nur für den Kirchbau. Köln das römisch grundgelegt war, war eben auch im Mittelalter eine, wie man an den zahlreichen Kirchbauten ablesen kann, eine wichtige Stadt. Im Hochmittelalter und in der Neuzeit besaß Köln ein Alleinstellungsmerkmal, im Jahre 1164 besaß die Stadt Köln in ihrem Portfolio die Gebeine der „Heiligen Drei Könige“. Diese Gebeine waren der Grund für die Grundsteinlegung des Kölner Doms. Köln hat sich neben seiner starken Handelsfunktion, eben auch als „heilige Stadt“ identifiziert und wahrg http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ enommen.

12:44 Uhr - Hinter dem Dom, Nähe Hauptbahnhof
In Köln haben wir einen Sonderfall der damals auch schon bei der Anlage des Bahnhofes kritisiert wurde. Der Bahnhof wurde in die Altstadt hinein gebaut, und das hat bis heute stadtstrukturell durchaus einige Vorteile und einige Nachteile. Der Vorteil ist, dass der Bahnhof sehr zentral liegt, der Nachteil ist die Gleisanlage die vom Hauptbahnhof abgeht, und ein Teil der Altstadt abtrennt. Es wäre etwas anderes, wenn der Bahnhof am Rande der damaligen Altstadtmauer errichtet worden wäre, dann hätte man sagen können, dass die City, egal wo der Bahnhof liegt, sich zwischen dem geometrischen Stadtzentrum und dem Bahnhof entwickelt hat, weil der Bahnhof für die Citybildung immer ein entscheidender Punkt war. Der Bahnhof ist in die verlängerte Führungsachse des Doms gebaut worden, diese Eisenbahnlinie sollte bewusst auf den Dom zufahren, die m http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ anche als städtebauliche Fehlentscheidung gewertet haben.

13:41 Uhr - Am Roncalli-Platz
Die römischen Straßen sind rechtwinklig und regelmäßig angeordnet. Die mittelalterliche Anlage ist krumm. Der Rhein war die Grenze der römischen Stadt, die durch zwei Hauptachsen markiert war. Die mittelalterliche Stadt war größer als die römische Stadt.

14:02 Uhr - Vor dem „historischen“ Rathaus
Die Bausubstanz dieses historischen Rathauses ist nicht ganz so historisch, sie ist nach dem zweiten Weltkrieg, nach den Bombenzerstörungen, leicht modifiziert wieder aufgebaut worden. Im 13. und 14. Jahrhundert wurde das Rathaus errichtet, und dem wurde der Neu-Renaissance-Bau davor gestellt, diese hat den zweiten Weltkrieg unbeschädigt überlebt, ganz anders als der große Rest des Rathauses, der markante und imposante Rathaus Turm wurde bis auf die zwei unteren Geschosse zerstört.
In Köln gehen di http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ e Zeitschichten (in Anlehnung auf die geologischen Schichten) bis in die Römerzeit zurück, bis hin zu den Nachkriegsepochen, das betrifft einerseits die Gebäuden, andererseits auch die Stadtstruktur, also wie das Straßennetz organisiert ist. Man wird feststellen, dass das heutige Straßennetz sehr stark vom römischen Straßennetz abweicht, auch die mittelalterliche Stadt hat bereits sehr stark von der römischen Stadt abgewichen.

14:22 Uhr - Martins Viertel, Nähe Alter Markt
Die Übergänge zwischen Heumarkt und Alter Markt waren fließend, also nur durch eine kleine Häusergruppe abgetrennt. In diesem Viertel, dem sogenannten Martins Viertel, in dem wir vom Alter Markt aus hinein gegangen sind, benannt nach der dominierenden Kirche Sankt Martin, finden wir eine spezifische Form der Architektur, mit steilen Dächern, und das haben wir in Köln nur in diesem Viertel, historisch war es die erste Erwe http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ iterung der mittelalterlichen Stadt. Dieser Bereich wurde um 950 in die Stadtmauer einbezogen, in der Römerzeit war hier ein Rhein-Arm und eine Rhein-Insel, die im Laufe der Zeit versandet ist. Es hat dann weitere Stadterweiterungen gegeben, bis ins 11. und 12. Jahrhundert, erst kam Heumarkt und Alter Markt zur mittelalterlichen Stadt hinzu, dann weitere Viertel, und schließlich wurde eine bis ins 19. Jahrhundert gültige Stadtmauer errichtet. Es gab mehrere Perioden des Städtewachstums, es ist wenig von diesen Zwischenstadtmauern erhalten geblieben, Teile der römischen Stadtmauer sind hingegen noch erhalten. Von der Haupt-Stadtmauer die bis 1881 bestand, sind nur wenige Teilstücke erhalten, es hat weniger mit dem zweiten Weltkrieg zu tun, als mit der bewussten Entscheidung, dass die Stadtmauer abgebrochen werden soll, gegen den Erhalt der Stadtmauer bis auf wenige Erinnerungsstücke, wie drei Tore und http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ Teilstücke als Erinnerungsorte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert blühte der Denkmalschutz das erstmal auf, man fragte sich wie man mit den historischen Anlagen umgehen sollte. In Köln entschied man sich, anders als in Nürnberg, für den Abtrag großer Teile der Stadtmauer.

14:39 Uhr - Nähe Sankt Martin
Im Mittelalter gab es in mitteleuropäischen Städten verschiedene nach Funktionen sortierte Märkte. Auf Grund der Nähe zum Rhein hin, bot sich hier der Fischmarkt an.

14:53 Uhr - Sankt Maria im Kapitol
In Köln gibt es mehrere Sankt Marien Kirchen, der Zusatz „im Kapitol“ hat die Funktion, die verschiedenen Marien Kirchen voneinander zu unterscheiden. Im Kapitol verweist auf das andere Ende der römischen Stadt, hier noch auf römischem Gebiet, eine romanische Kirche errichtet.
Nach dem zweiten Weltkrieg war die Sankt Maria im Kapitol eine Ruine von der kaum noch etwas stand http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ , das heißt es wäre in einer rationalen Diskussion durchaus möglich gewesen, zu sagen: „wir bauen das komplett ab“, nach dem zweiten Weltkrieg gab es solche Stimmen, und es war nicht die einzige Kirche die das betraf. Der Kölner Dom war von allen am besten erhalten gewesen, da ihre Konstruktion schwieriger entflammbar war.
Bei der Neuplanung der Stadt nach dem zweiten Weltkrieg, fragte man sich wie man mit den Ruinen umgehen sollte, ob man die Kirchen neuaufbauen, als Ruine stehen lassen, oder komplett abgetragen werden sollte.
Man wich in Köln bewusst vom Vorkriegszustand ab, um einen idealisierten mittelalterlichen Bau darstellen zu können. Die Kirche wurde gewissermaßen vom äußeren und inneren Erscheinungsbild stellenweise mittelalterlicher aus als sie vor 1930 gewesen ist, weil alle späteren Ergänzungen „rückgängig“ gemacht worden sind, das ist in der Denkmalpflege sehr umstritten. Man geht http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ damit auch Risiken ein, da man nicht genau weiß, wie der Bau um 1065 ausgesehen hat, weil es keinen Bauplan aus dieser Zeit gibt, man ist teilweise auf Vermutungen angewiesen, die zum Teil eine neue Schöpfung darstellt.
Die Rekonstruktion dieser Kirchbauten hat relativ lange gedauert, dieser Prozess der Rekonstruktion dieser Leitbauten der Kölner Stadtgeschichte waren erst in den 90er Jahre abgeschlossen. Die Leitbauten sind neben dem Dom, die zwölf romanischen Kirchen, weitere Kirchbauten, Teile der Stadtmauer, und zum Beispiel der Rathaus Turm, diese geben der Stadt ihr historisches Gefüge, und wenn man sich gegen den Wiederaufbau entschieden hätte, so Frings als These, dann hätte sich Köln in der Nachkriegszeit nicht zum Wirtschafts- und Multikulturelles- Zentrum entwickelt, weil eben diese Bauten für die Identifikation der Stadt sehr wichtig seien, weil das die Fundamente sind, mit der die St http://www.meinemitschriften.com/script/51vbw3/fr7aky/ adt groß geworden ist.

16:15 Uhr - Praetorium
Das Praetorium war der Amtssitz und die Residenz der römischen Stadthalter. Unter Kaiser Augustus befand sich an dieser Stelle bis 85 n. Chr. das Hauptquartier des Oberkommandos der römischen Armee am unteren Rhein. Hier war die militärische und zivile Verwaltungszentrale der Provinz, als Stadthalter wurde nur die „politische Elite Roms“ eingesetzt, wer hier also residierte, war bereits Konsul in Rom gewesen. Die besondere Bedeutung war auf die Grenzlage zum „Freien Germanien“ begründet. Entlang des Rheins war das Praetorium das bedeutendste Gebäude.

16:56 Uhr - Nähe Rathaus
Der Bahnhof ist denkmalgeschützt. Außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer von 1220 wurde der Ring angelegt, die streckenweise einen anderen Namen hat. Diese Ringstraße wurde ab 1881 angelegt, damals hatte sie einen anderen Charakter als heute, da gab es noch viel weniger Autoverkehr, und wurde vor allem als Grünanlage wahrgenommen. Das Gebiet um Deutz fiel in den Schutzbereich, wie auch die Hohenzollern-Brücke denkmalmäßig geschützt ist.
Frau Precht will den Bereich um den Dom weiträumig schützen, um seine visuelle Integrität nicht zu gefährden, das ist eine denkmalpflegerische Position die nicht unbedingt selbstverständlich ist, sie stellt eine Erweiterung der denkmalpflegerischen Position dar.
Die UNESO hat sich mit ihrem Gewicht gegen die Hochhausbebauung in Deutz ausgesprochen, und die Stadt stand vor der Wahl die Hochhäuser zu bauen, den Welterbe-Status zu verlieren, und die Konsequenzen dafür zu übernehmen.
Der Dom wurde erst um 1880 fertiggestellt, es gab über eine Zeit lang einen Bau-Stop um 1520, es gab in Deutschland den 30-jährigen Krieg, erst mit der Industrialisierung kam es wieder zu einer Fortsetzung. Der Kölner Dom wurde zum nationalen Versöhnungsprojekt, das protestantische Preußen baut den katholischen Kölner Dom fertig.

Mitschriften durchblättern

Diskussionsbeiträge

Bisher noch keine Leserkommentare zur Mitschrift vorhanden.


Hier kannst du Mitschriften durchblättern und kommentieren

Kostenloses Netzwerk zum gegenseitigen Austausch von Mitschriften

Bitte veröffentliche deine Mitschriften auf dieser Plattform von und für Studenten. Helfe bitte mit, damit "geben und nehmen" im Gleichgewicht bleibt. Denn sonst gibt es keinen Fortschritt, weil keiner mehr von allein weiter geht (oder weiter macht), sondern sich von anderen tragen lassen möchte! (Dieser Hinweis schließt automatisch in Sekunden)
Die Inhalte dieser Seite werden vom Betreiber nicht geprüft. Die Richtigkeit sämtlicher Inhalte wird nicht gewährleistet.
@