Lahn-Dill Exkursion (Froitzheim)

Mitschrift vom 17.02.2007 von Chun erstellt   |   Am 16.01.2009 um 06:21:01 Uhr gepostet   |   6911 Zeichen
10:02 149m N 50°19.328' E 007°56.014' Wir sind auf der Straße der von Lahntal nach Katzenelnbogen führt, wir haben da vor etwa 1 km das Lahntal verlassen, und sind das Rupbachtal hochgefahren, das hier ist das Rupbachtal, die genaue Lokalität ist diese Straßenabzweigung, und hier werden wir uns Gesteine des Mitteldevons anschauen. Heute schauen wir uns hier Gesteine des Mitteldevons an, und später auch den unteren Teil des Oberdevons. Das Unter-, Mittel- und Oberdevon im Schiefergebirge ist von besonderem Interesse, und das Unterdevon wird unterteilt in Gedinne, Siegen, Ems, und wir haben bereits Gesteine des Siegens und des Ems gesehen, und jetzt kommt das Mitteldevon, die wiederum in zwei Stufen unterteilt ist, Eifel und Give, wir fangen jetzt in der unteren Eifelstufe an, und wenn wir da oben hochgehen, hört es im Give auf.

10:11 137m N 50°19.494' E 007°55.961' Hier war Untertageschieferabbau gewesen, das macht man immer da wo es ganz homogenes Material gibt, denn bei jeder I http://www.meinemitschriften.com/script/1pc6qg/f77zak/ nhomogenität würde das Dachschiefer bei Witterungswechsel auseinander fallen. Wir laufen hier in jüngere Gesteine, auf das innere einer Mulde zu. Dieses Gestein hier gehört nicht mehr zur Ems, dieser Schiefer ist das Rupbachschiefer der unteren Eifelstufe. Was hier spaltet ist nur die Schieferung, und es ist eine Vorzugseinregelung der Tonminerale, es besteht überwiegend aus Tonminerale, also Phyllosilikate, aus Schichtsilikate, die werden alle eingeregelt.

10:39 136m N 50°19.358' E 007°56.020' Bei einer abgeschlagenen Probe erkennt man metamorphe gut spaltbare glitzernde Feldspäte. Das magmatische Gestein hat ein grünliches Erscheinungsbild, das kommt vom sehr feinkörnigen Chlorid, Chlorid ist kein magmatisches Mineral, sondern bildet sich häufig früh nach der Intrusion, also wenn es abkühlt, wenn noch viel Wässer zirkuliert, dann gehen morphische Minerale kaputt, und fällt Chlorid aus. Das G http://www.meinemitschriften.com/script/1pc6qg/f77zak/ estein hier enthält auch Quarz, aber überwiegend Feldspat, es ist also kein Rhyolith, sondern entweder ein intermediäres, plutonisches oder vulkanisches Gestein, vom Aussehen her kann man es noch vulkanisch nennen. Das hier ist laut der Erläuterung der geologischen Karte ein Lagergang, der hier in diesem Schiefer drin steckt, ein Lagergang ist ein flächenhafter magmatischer Körper der parallel zur Schichtung eingedrungen ist, und der könnte jetzt irgendein Alter haben, diese Generation von Schmelzen sind intermediär bis sauer, und in dem Führer wird auch nur der alte Name Keratophyr für diese Gesteine angegeben, das ist auch als Rupbach-Keratophyr in diesen Säulen drin, offensichtlich alkalireiche Schmelzen, denn an anderen Stellen soll es auch Nephelin drin geben, und dieses kann eigentlich nicht mit Quarz zusammen sein. In den Proben findet man also Chlorid, Quarz, und zum größten Teil Feldspat. Es http://www.meinemitschriften.com/script/1pc6qg/f77zak/ kann kein Sedimentgestein sein, da der Feldspat hier längliche Leisten bildet, im Sediment- oder Sandstein sind diese abgerundet. Die Säulen sind im sauren Gestein oft sehr groß. Ein Lagergang von einem vulkanischen Gestein bildet oft keine Säulenklüftungen, da Basalte bereits bei sehr hohen Temperaturen erstarren. Saure Schmelzen erstarren bei niedrigeren Temperaturen, und Basalt hat deswegen einen größeren Temperaturbereich zum abkühlen, bis er auf die Temperatur des umgebenden Gesteins ist, und nur beim abkühlen entstehen die Säulenklüftungen. Im sauren Gestein nimmt die Neigung Säulen zu bilden ab, Volumenveränderung ist der Grund für die Säulenbildung, wenn Schlamm trocknet gibt es eine Volumenabnahme. Das Alter der Gesteine kann man auf Anhieb nicht sagen, es gibt auch tertiären Vulkanismus in der Eifel, und wenn das hier nur ein Gang ist, könnte es irgendein Alter haben, aber solche Gesteine http://www.meinemitschriften.com/script/1pc6qg/f77zak/ kommen auch als Effusivgesteine aus der Oberfläche raus, sie sind in der Statigraphie weiter oben, also Gesteine die chemisch sehr mit dem Keratophyr verwandt sind, Keratophyr-Tuffe haben Give-Alter, das war das obere Mitteldevon, das ist in der Säule ganz oben, es ist jünger, aber nicht extrem jünger, als die Gesteine in der es hier eingelagert ist. Hier waren also Gänge, durch diese das Material aufgestiegen ist, und am Ende vom Give an der Oberfläche ausgeflossen ist, und von diesen Gängen gehen zur Seite Lagegänge in den Schiefer rein, so ein Lagergang haben wir hier, oben hat es sich auf der Oberfläche ausgebreitet, und unten hat es Gänge ins Nebengestein ausgeschickt.

11:11 139m N 50°19.346' E 007°56.076' Das sind teils Lagen gewesen die bei der Verformung gedehnt worden. Der Kalkstein hat sich schwieriger verformt als der Ton. Die Grobstruktur, in einer Größenordnung von 10-20 km, der http://www.meinemitschriften.com/script/1pc6qg/f77zak/ Lahnmulde hat innerhalb noch untergeordnete Strukturen.

11:39 Anders als im Schiefer, wo Kalkknoten drin sind, sieht man hier glitzern, das ist grobkristallin, das andere waren feine Kalksteine, die ursprüngliche solche Bänke gebildet haben. Das ist vulkanisches Gestein, das ist jetzt feinkörnig und grün. Das Gestein hier ist ungeschiefert, man erkennt Kalksteinbänke und Tonsteinbänke, und hier kann man erkennen, dass es eine Wechselfolgerung von feinen Kalk- zu Tonstein gibt, wobei der Kalk wahrscheinlich ein Mergel ist, und der Ton ziemlich kalkfrei ist. Die Schichtung ist die Änderung in der Sedimentation. Hier sind auch Lagen von Vulkaniten mit großen Feldspäten drin, porphyrisch, große Kristalle die bei langsamer Ausscheidung in einer Magmenkammer entstanden sind, und dann aufgestiegen sind, der Rest ist nahe der Oberfläche schnell erstarrt, weshalb sich keine große Kristalle bilden konnt http://www.meinemitschriften.com/script/1pc6qg/f77zak/ en - also feinkristallin. Wir haben hier einen untermeerischen Vulkanismus. Es gibt Relikte von devonischer Ozeankruste, und zwar im östlichen Teil des Schiefergebirges und die Südharzdecke, das sind tektonisch überschobene Einheiten, und in diesen Einheiten gibt es Relikte von ozeanischer Kruste.

12:10 159m N 50°19.362' E 007°56.118' Die Emsstufe ist das Unterdevon, und dann kommt eine große Muldenstruktur, die Achse fällt ganz leicht nach Nordosten ein und die schneidet das Mittel- und Oberdevon, schneidet sich in die Topographie ein, und macht eine große Muldenstruktur, die man als Ganzes als Lahnmulde bezeichnet, und die hat in sich wieder kleine Strukturen, die an der Oberfläche dann als Falten sichtbar werden. Es handelt sich hierbei um eine tektonische Mulde, die Falten sind durch Stauchung der Gesteine, lang nach ihrer Ablagerung, entstanden. In Unkel haben wir eine Antiklinale gesehen, das ist eine Falte die nach oben schließt, wo die ältesten Gesteine in der Mitte sind, zu dem sagt man auch Sattel, und das Gegenteil ist eine Synklinale. Die Schichten bei dem das jüngste im Kern ist, sagt man auch Mulde dazu, aber es hat nichts mit der Geländeform Mulde zu tun, Gesteine sind bei der variszischen Gebirgsbildung zusammengestaucht und gefaltet worden, und die Erosion schneidet heute durch diese Strukturen durch.

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